27
May
2016

Mitteldistanz

Mit der Langdistanz war ich nicht ganz zufrieden und so wollte ich es an der Mitteldistanz besser machen. Wie schon in der Langdistanz musste ich mich aber zuerst für den Final qualifizieren. Vor dem Start fühlte ich mich super und ich wusste genau, wie ich laufen wollte. Den ersten Posten lief ich gut an, zum zweiten Posten unterlief mir dann aber schon einen Fehler und ich handelte mir schon einen Rückstand von zwei Minuten ein. Ich wurde etwas gestresst, lief die nächsten Posten jedoch sauber (und schnell!) an, bevor mir dann der nächste kleine Fehler passierte. Schlussendlich hatte ich in meinem Heat fünf Minuten Rückstand, was nicht für den Finaleinzug reichte. Bitter. Damit hatte ich nicht gerechnet. (Karte Qualifikation, GPS, Rangliste)

Mit etwas Abstand zum Rennen versuche ich mir mein Scheitern in der Qualifikation zu erklären. Klar ist, dass ich nach der Operation wieder auf einem guten Niveau bin – ich fühlte mich vor dem Lauf wirklich gut und die Zwischenzeiten von den Posten, die ich gut angelaufen bin, bestätigen mir, dass ich mich nicht verstecken muss! So begründe ich meinen schlechten Lauf vielmehr durch die hohen Erwartungen meinerseits und die fehlenden Wettkämpfe im Frühling, wo ich Selbstvertrauen hätte tanken können. Mir fehlte während des Qualifikationsrennens die nötige Ruhe, um sauber OL zu machen.

(Foto: Rémy Steinegger)

Heute lief ich den B-Final. Ich konnte mich nach dem gestrigen Lauf nochmals zusammennehmen und lief auf den guten zweiten Rang. Schade, dass ich diese Leistung nicht im A-Final zeigen durfte, aber immerhin konnte ich so die EM für mich gut abschliessen. (Karte Final, Rangsliste)

Morgen findet die Staffel statt. Es wird sicher nochmals ein sehr spannendes Rennen und ich freue mich darauf, meine Teamkollegen live verfolgen zu können. Insgesamt haben die Schweizer diese Woche bereits sieben Medaillen gewonnen und die Chancen stehen gut, dass es morgen noch mehr werden!

Diese Wettkampfswoche war für mich eine Art «Comeback» nach meiner Verletzung. Ich bin mit meinen Leistungen nicht ganz zufrieden, nehme aber trotzdem sehr viel Positives mit auf meinen weiteren Weg. Ich habe viel gelernt und nächstes Mal werde ich schneller und schlauer am Start stehen!

25
May
2016

Langdistanz

Nachdem ich am Wochenende als Zuschauerin mit den anderen Schweizern mitfieberte, durfte ich am Montag endlich selber ins Wettkampfsgeschehen eingreifen. Mit der Langdistanz Qualifikation bin ich zufrieden. Ich lief kontrolliert und konnte mich so in meinem Heat als Zehnte deutlich für den Final qualifizieren. (Bei der Qualifikation gibt es drei Heats und es kommen jeweils 17 Läuferinnen in den Final.) (Karte Qualifikation, Rangliste, GPS)

Voll fokussiert auf dem Weg Richtung Ziel (Foto: Rémy Steinegger)

Tags darauf ging es mit dem Final weiter. Ich hatte mir vorgenommen, nochmals so zu laufen, wie am Vortag. So sollte es für eine Klassierung in den Top 30 reichen. Hier eine kurze Zusammenfassung meines Rennens mit Kartenausschnitten und Bildern:

Ich starte gut und beim zweiten Posten habe ich noch alles im Griff.

Da fühlen sich die Beine noch richtig gut an (Foto: eoc2016.cz)

Zum dritten Posten werde ich in Postennähe unsicher und kann die Objekte nicht mehr genau zuordnen. Ich muss mich auf dem kleinen Weg oberhalb des Postens auffangen und verliere beinahe drei Minuten zu diesem Posten!

Mein Fehler zum 3. Posten

Unmittelbar nach meinem Fehler erwartet mich eine lange Teilstrecke. Ich entscheide mich dafür, nahe am Strich zu bleiben. Hier wäre es schlauer gewesen, links auf dem Weg zu rennen.

Die lange Routenwahl zum 4. Posten

Beim vierten Posten gibt es Wasser. Da es sehr warm ist und die Bahn noch lang, gilt es sich unterwegs schon früh zu verpflegen. Ich nehme also einen Gel und trinke Wasser.

Zwischenverpflegung (Foto: Rémy Steinegger)

Der mittlere Teil der Bahn gelingt mir gut. Gegen Schluss geht mir dann die Energie aus und ich verliere in den letzten zehn Minuten noch vier Ränge. Entsprechend müde komme ich ins Ziel.

Hier fühlen sich die Beine nicht mehr so toll an

Schlussendlich muss ich mit dem 38. Rang vorliebnehmen. Immerhin kann ich mich damit trösten, dass ohne diesen Patzer zum dritten Posten einen Top 30 Platz möglich gewesen wäre. (Karte Final, Rangliste, GPS)

Im Ziel, etwas enttäuscht und erschöpft

Heute habe ich einen wettkampfsfreien Tag. Am Morgen war ich kurz auf der "Model-Karte" von der Mitteldistanz. Diese "Model-Karte" befindet sich umittelbar neben dem Wettkampfsgelände und wurde von der Person gezeichnet, die auch die Wettkampfskarte aufgenommen hat. So bekam ich einen Eindruck davon, wie das Gelände auf der Karte wiedergegeben ist. Es war wunderschön und die Beine fühlten sich nach der harten Langdistanz von gestern schon wieder ganz gut an. Nun freue ich mich auf morgen und möchte diese zweite Chance nutzen, um zu zeigen, was ich wirklich kann!

21
May
2016

Feinschliff

Seit Mittwoch befinde ich mich wieder im tschechischen Jesenik, wo vom 21. bis 28. Mai die Europameisterschaften im Orientierungslauf ausgetragen werden. Während ich zu Hause in der Schweiz die letzten harten Trainingseinheiten absolvierte, fokussiere ich mich hier in Tschechien vor allem auf die Technik und Erholung. So machte ich in den letzten Tagen drei kurze Kartentrainings und war ein paarmal joggen. Den Rest des Tages stand mir für die Auswertung des Trainings und für die Erholung zur Verfügung. All das, um am Montag möglichst erholt und gut vorbereitet am Start stehen zu können.

Meine Zimmerkollegin Kerstin und ich nach einem Training

Heute startete die EM mit der Sprintstaffel. Da ich die Lang- und Mitteldistanz laufe, war ich heute als Zuschauerin dabei. Es war ein sehr spannendes Rennen und nach vielen Wechseln an der Spitze gewann Russland vor Dänemark und der Schweiz!

Schweizer Fans an der Sprintstaffel (Foto: Rémy Steinegger)

Morgen findet der Sprint statt und ab Montag gilt es dann endlich auch für mich ernst:

23. Mai Langdistanz Qualifikation

24. Mai Langdistanz Final

26. Mai Mitteldistanz Qualifikation

27. Mai Mitteldistanz Final

Wer mich an den Wettkämpfen verfolgen möchte, findet auf der Homepage des Veranstalters alle nötigen Informationen. Weiter sind auf der Swiss-Orienteering-Seite spannende Berichte und Filme zu den Läufen zu finden. Und hier noch ein Interview mit den Kyburz-Brüdern und mir, das letzte Woche in der Zeitung erschienen ist.

Ich freue mich sehr auf die Wettkämpfe, bin natürlich aber auch nervös. Ich werde mein Bestes geben und dann schauen wir mal, wie weit es reicht.

12
May
2016

EM Vorbereitung

Am 23. Mai werde ich zum ersten Mal an einer internationalen Meisterschaft bei der Elite am Start stehen. Genauer gesagt werde ich an diesem Tag die Qualifikation für den Langdistanz-Final bestreiten. Am folgenden Tag findet der Final statt und noch in derselben Woche werde ich auch die Mitteldistanz-Qualifikation sowie den Mitteldistanz-Final laufen. Somit habe ich ein grosses Ziel dieser Saison bereits erreicht: Die EM-Selektion.

Mein Wintertraining verlief sehr gut und im ersten Trainingslager mit dem Nationalkader anfangs März in Spanien bekam ich die erhoffte Bestätigung, dass ich den Winter durch Fortschritte gemacht hatte. Doch noch im selben Trainingslager rannte ich bei einem Nacht-OL-Training in einen kniehohen Kaktus. Die verbleibenden Trainings konnte ich aufgrund von unerklärlichen Knieschmerzen, welche unmittelbar nach der Kaktuskonfrontation auftraten, nicht absolvieren. Zu Hause in der Schweiz wurde festgestellte, dass sich eine 5mm lange Kaktusstachelspitze in meinem Schleimbeutel eingenistete hatte. Der Stachel und einen Teil des Schleimbeutels mussten operativ herausgenommen werden.
Nach einer guten Woche durfte ich langsam wieder mit Velofahren beginnen und nach zwei Wochen konnte ich wieder die ersten kurzen Trainingseinheiten zu Fuss machen. Insgesamt musste ich fünf Wochen fast gänzlich aufs Training verzichten. Es war keine einfache Zeit, standen doch schon bald die Selektionsläufe für die EM an. Schlussendlich konnte ich nur einen von den vier Selektionsläufen bestreiten. Ich lief solide und einige Tage später bekam ich den Bescheid, dass ich an der EM die Mittel- und Langdistanz laufen darf!

In den letzten drei Wochen konnte ich mein Training langsam wieder steigern und letzte Woche verbrachte ich zusammen mit den anderen Schweizern, welche an der EM dabei sein werden, im tschechischen EM-Austragungsort Jesenik, um mich auf die EM vorzubereiten. Pro Tag wurden bis zu drei verschiedene OL-Trainings angeboten, damit sich jeder spezifisch auf seine Disziplinen vorbereiten konnte. Ich war mit dem Motto «weniger ist mehr» nach Tschechien gereist, da ich nicht genau wusste, wie mein Knie auf die vielen Einheiten reagieren würde. So liess ich einige Trainings weg und ersetzte andere mit kurzen Joggings. Insgesamt bin ich mit meiner Trainingswoche zufrieden; mein Knie hat ganz gut mitgemacht, läuferisch bin ich schon wieder auf einem guten Niveau und technisch fühle ich mich in den tschechischen Wäldern wohl.

Da wir erst sehr spät am Abend von Prag zurück in die Schweiz flogen, hatten wir noch einige Stunden Zeit, die Stadt zu besichtigen. Ich war zuvor schon mehrere Male am Flughafen in Prag, jedoch noch nie in der Stadt selber. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und die Stadt hat mir sehr gefallen.

Nun bin ich wieder zu Hause. In den nächsten zwei Wochen geht es darum, mich möglichst gut auf die EM vorzubereiten – physisch wie auch technisch und mental. So werde ich noch ein paar Intervalltrainings machen und einige Stunden ins Kartenstudium investieren.

12
May
2016

Willkommen

Herzlich willkommen auf meiner Homepage. Es würde mich sehr freuen, wenn du regelmässig vorbeischauen und meinen Weg Richtung Weltspitze verfolgen würdest.

/Lisa

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