Richtungswechsel

Vor gut zehn Jahren durfte ich zum ersten Mal das Schweizer Nationaldress überziehen und an der EYOC um die Medaillen kämpfen. Seither habe ich unzählige Stunden aufgewendet, um eine bessere OL-Läuferin zu werden. Mein Weg führte über das Juniorenkader und die Junioren-WM weiter ins Elitekader, an Weltcups, an EMs und auch an die WM. Ich hatte stets ein nächstes Ziel vor Augen.

Während ich letzten Herbst in Schweden noch motiviert für die WM in Norwegen trainierte, merkte ich im Frühling bald, dass ich mein Ziel aus den Augen verloren hatte. Ich träumte nicht mehr von der WM und am Weltcup in Finnland wusste ich auch nicht so genau, was ich hier eigentlich tue. Zuerst dachte ich mir, das geht vorüber, das kommt schon wieder.

Nach einem Sommer mit nur wenig OL, setzte ich mir die Mitteldistanz am Weltcup in Laufen als Ziel. Ich selektionierte mich, ging dahin, hatte Freude am OL machen, lief gut und war zufrieden.

Alles gut, könnte man sich denken. Habe ich mir vielleicht auch einen Moment eingeredet. Doch das bin nicht ich. Und das wichtigste ist doch, dass man zu sich selbst ehrlich ist, oder?

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, stellt für mich der OL-Spitzensport keinen Reiz mehr dar. Ich strebe nicht mehr danach, an der WM oder anderen internationalen Wettkämpfen aufs Podium zu laufen. Und nur weil ich gerne trainiere und gerne OL mache, gehöre ich nicht ins Nationalkader.

Deshalb ist es Zeit für einen Richtungswechsel. Ich habe mich dafür entschieden, nächstes Jahr nicht mehr Teil des Nationalkaders zu sein.

Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht weiterhin viel trainiere, nicht weiterhin auf die nordischen Staffeln setze und nicht weiterhin ab und zu Selektionsläufe laufe!

Natürlich möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die mich auf meinem Weg begleitet und unterstützt haben. Ein spezielles Dankeschön an meine persönliche Betreuer (Christoph Mahrer, Sara Gemperle, Kurt Schmid und Patrik Thoma) und an meine Sponsoren (Mahrer Treuhand AG, Steck + Partner Architekten, Physio5, Swisslos Aargau).

Bis bald mal an einem schönen OL!

P.S. Das war wohl mein letzter Bericht auf dieser Homepage.