Mit der Langdistanz war ich nicht ganz zufrieden und so wollte ich es an der Mitteldistanz besser machen. Wie schon in der Langdistanz musste ich mich aber zuerst für den Final qualifizieren. Vor dem Start fühlte ich mich super und ich wusste genau, wie ich laufen wollte. Den ersten Posten lief ich gut an, zum zweiten Posten unterlief mir dann aber schon einen Fehler und ich handelte mir schon einen Rückstand von zwei Minuten ein. Ich wurde etwas gestresst, lief die nächsten Posten jedoch sauber (und schnell!) an, bevor mir dann der nächste kleine Fehler passierte. Schlussendlich hatte ich in meinem Heat fünf Minuten Rückstand, was nicht für den Finaleinzug reichte. Bitter. Damit hatte ich nicht gerechnet. (Karte Qualifikation, GPS, Rangliste)

Mit etwas Abstand zum Rennen versuche ich mir mein Scheitern in der Qualifikation zu erklären. Klar ist, dass ich nach der Operation wieder auf einem guten Niveau bin – ich fühlte mich vor dem Lauf wirklich gut und die Zwischenzeiten von den Posten, die ich gut angelaufen bin, bestätigen mir, dass ich mich nicht verstecken muss! So begründe ich meinen schlechten Lauf vielmehr durch die hohen Erwartungen meinerseits und die fehlenden Wettkämpfe im Frühling, wo ich Selbstvertrauen hätte tanken können. Mir fehlte während des Qualifikationsrennens die nötige Ruhe, um sauber OL zu machen.

(Foto: Rémy Steinegger)

Heute lief ich den B-Final. Ich konnte mich nach dem gestrigen Lauf nochmals zusammennehmen und lief auf den guten zweiten Rang. Schade, dass ich diese Leistung nicht im A-Final zeigen durfte, aber immerhin konnte ich so die EM für mich gut abschliessen. (Karte Final, Rangsliste)

Morgen findet die Staffel statt. Es wird sicher nochmals ein sehr spannendes Rennen und ich freue mich darauf, meine Teamkollegen live verfolgen zu können. Insgesamt haben die Schweizer diese Woche bereits sieben Medaillen gewonnen und die Chancen stehen gut, dass es morgen noch mehr werden!

Diese Wettkampfswoche war für mich eine Art «Comeback» nach meiner Verletzung. Ich bin mit meinen Leistungen nicht ganz zufrieden, nehme aber trotzdem sehr viel Positives mit auf meinen weiteren Weg. Ich habe viel gelernt und nächstes Mal werde ich schneller und schlauer am Start stehen!