Herbstsaison

Ich konnte trainieren, wie ich es geplant hatte. Ich konnte an den Wettkämpfen teilnehmen, für die ich mich angemeldet hatte. Ich konnte OL machen, wie ich es mir vorgenommen hatte. So gut lief es schon lange nicht mehr!

Eine Woche, nachdem ich vom Trainingslager in Estland nach Hause gekommen war, reiste ich wieder in den Norden, genauer gesagt nach Stockholm, wo die «25-Manna-Staffel» ausgetragen wurde. Wie der Name schon sagt, ist das eine Staffel mit 25 Strecken. Mein schwedischer Klub Eksjö SOK hatte zwei Teams am Start und ich durfte für das erste Team die letzte Damenstrecke rennen.
Der Startschuss fiel um 9 Uhr morgens. 23 Strecken sollten von jungen und alten Läufern und Läuferinnen absolviert werden, bevor ich in den Wald durfte. Nach einigen Stunden mitfiebern und Tee trinken (es war fürchterlich kalt im hohen Norden), war ich an der Reihe. Es war ein Rennen mit viel Gegnerkontakt. Das bedeutet, dass ich unterwegs viele Läuferinnen sah, welche auf der gleichen Strecke unterwegs waren. Ich versuchte jedoch, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren und so konnte ich an einigen Läuferinnen vorbeiziehen. Schlussendlich resultierte der 34. Rang, ein Resultat, mit dem wir zufrieden waren, starteten doch etwa 400 Teams.

Der letzte Posten, welcher an diesem Tag ca 10'000 Läufer stempelten (Foto: 25manna.se)

Bevor ich zurück in die Schweiz reiste, lief ich tags darauf noch eine Mitteldistanz im schönen schwedischen Gelände, welches so aussah:

Karte 25-mannakorten, Schweden

Eine Woche später fand der Weltcupfinal in Aarau statt. Aufgrund meiner Knieverletzung konnte ich dieses Jahr nicht einmal an den Selektionsläufen teilnehmen und so lief ich am Morgen jeweils die Zuschauerläufe und fieberte am Nachmittag mit meinen Kaderkollegen mit, welche um gute Platzierungen im Weltcup kämpften. Natürlich wäre ich auch gerne dabei gewesen. Dieses Jahr lief jedoch vieles nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich tröstete mich damit, dass es nächstes Jahr wieder neue Möglichkeiten gibt, mich für internationale Wettkämpfe zu selektioneren. Die Stimmung war auf jeden Fall super und mit meinen eigenen Läufen bin ich zufrieden.

Hier ein Kartenausschnitt von der Langdistanz. Die Karte unterscheidet sich um einiges von der schwedischen Karte oben. Wenn man bedenkt, dass die Grünstufen dichtes Gebüsch und die grünen Raster Brombeeren sind, dann versteht man vielleicht, warum wir OL-Läufer so gerne im Norden OL machen…

Der letzte Teil der Langdistanz im Distelberg bei Aarau

Letztes Wochenende wurde die Schweizermeisterschaft im Sprint und einen nationalen Wettkampf im Jura ausgetragen. Das Sprintgelände wurde von Weidewiesen und schnell belaufbaren Waldteilen bestimmt, nicht wie sonst üblich von urbanem Gelände. Ich meisterte die Aufgabe gut, und als ich ins Ziel kam, wäre ich am liebsten gerade noch mal gestartet, so Spass hat es mir gemacht! (Rangliste)

Auf dem Weg ins Ziel

Die Sprintbahn

Tags darauf hatte das Wetter umgeschlagen. Bei einstelligen Temperaturwerten und starkem Regen war ich diesmal froh, konnte ich mich nach dem Zieleinlauf so schnell wie möglich umziehen und wieder aufwärmen. (Rangliste, GPS)

Einen Ausschnitt von der Langdistanz-Bahn; im Jura ist ist das OL machen deutlich schwieriger als im Mittellandwald (Aarau)

Die Saison 2016 neigt sich dem Ende zu. Schade, denn ich konnte ja erst gerade wieder ins Wettkampfsgeschehen eingreifen! Aber wenigstens konnte ich in den letzten Wochen an einigen tollen Wettkämpfen teilnehmen und meine guten Resultate geben mir viel Motivation für das anstehende Wintertraining.