26
Feb
2017

7 Trainingstage in Spanien

Sprint in Alicante (Foto: Katrin Müller)

Nachdem ich mich in den letzten Monaten für die Lauf- und OL-Trainings draussen immer dick einpacken musste, tat es gut, in den Süden zu reisen und bei wärmeren Temperaturen zu trainieren. Die ersten vier Tage des einwöchigen Trainingslagers mit dem Nationalkader verbrachten wir in der Nähe von Alicante an der Küste. Jeden Morgen starteten wir mit einer viertelstündigen Morgenaktivität, welche Jogging und Krafttraining beinhaltete. Anschliessend standen für mich jeweils zwei weitere OL-Trainings auf dem Programm, wobei die Trainingsformen stark variierten. Von Höhenkurventraining, Korridor und Sprint bis hin zu Massenstarttrainings war alles mal dabei. Das Gelände an der Küste war feinkupiert und sandig, was mir sehr gut lag.

Bilder aus dem Küstengelände

Karte des Höhenkurventrainings und des Sprintes in Alicante

Mitte Woche reisten wir ins Landesinnere, um dort weitere fünf Trainingseinheiten zu absolvieren. Hier war das Gelände steiler und die Temperaturen etwas tiefer, doch insgesamt hat es mir auch da sehr gut gefallen.

Bilder vom Mitteldistanztraining im Landesinnere und die dazugehörige Karte

Insgesamt kann ich auf eine gute Trainingswoche zurückblicken. In 13 OL-Trainings lief ich über 200 Posten an und hatte so genug Möglichkeiten, um an meinen technischen Abläufen zu arbeiten. Leider nahm ich neben einer Tasche voll mit schmutziger Sportwäsche auch eine Erkältung mit nach Hause, die ich nun auskurieren muss, bevor ich wieder in den Trainingsalltag einsteigen kann.

16
Jan
2017

Wintertraining

Ich werde immer wieder gefragt, wie wir OL-Läufer im Winter während der Saisonpause trainieren. Vielseitig, ist da meine Antwort; ich renne viel - schnell und langsam - mache Krafttraining, OL-Trainings, trainiere auf dem Spinning-Velo oder aqua-joggend im Wasser, und manchmal bin ich auf den Langlaufskis unterwegs. Die Folgefrage ist dann meist, ob man im Winter denn überhaupt OL machen kann. Ja klar! Während dem grössten Teil des Winters hat es ja eh keinen Schnee, da muss man sich halt einfach warm anziehen. Und wenn der Schnee kommt, werden die Füsse halt ein bisschen kalt und die Dusche danach dementsprechend lang.

Ich mag das Wintertraining. Dreieinhalb Monate habe ich Zeit, mich auf die nächste Saison vorzubereiten. Ich trainiere deutlich mehr als während der Saison, bestreite jedoch nur wenige (Trainings-)Wettkämpfe und bin weniger unterwegs.

Hier ein paar Momentaufnahmen von den letzten Wochen:

Am letzten Tag des alten Jahres gab ich am Stauseelauf in Gippigen nochmals vollgas.

(Foto: August Widmer)

Anfangs Januar startete ich am Effretiker-Stadt-OL. Die Elitekategorie wurde dieses Jahr im Knock-Out-Modus ausgetragen. Das heisst, es galt zuerst die Qualifikation zu überstehen, im Halbfinal und Final wurde dann in Sechser-Heats gestartet, wobei jeweils die ersten drei des Halbfinals in den Final kamen. Die Qualifikation und der Halbfinal überstand ich souverän, im Final hatte ich dann etwas zu kämpfen und schlussendlich beendete ich das Rennen auf dem 5. Rang (Rangliste, GPS Final).

Vor der Quali (Foto: kapreolo)

Während dem Halbfinal (Foto: kapreolo)

Start zum Final (Foto: kapreolo)

Am Bern-by-Night Trainingswettkampf vom letzten Freitag, bei welchem etwa hundert begeisterte OL-Läufer am Start waren, schneite es teilweise so fest, dass man vor lauter Schneeflocken den Wald nicht mehr sah. Okay, das ist vielleicht übertrieben, aber da die Schneeflocken das Licht der Stirnlampe reflektierten, war die Sicht schon etwas eingeschränkt. Meine kleinen Suchaktionen kann ich jedoch nicht auf die eingeschränkte Sicht zurückführen, sondern vielmehr darauf, dass ich mich von den Gegnern (es war Massenstart und nicht alle hatten genau die gleichen Posten) ablenken liess. Ab dem 5. Posten hatte ich dann aber alles im Griff! Das war ein cooles Training und eben ein solches, bei dem ich danach ein paar Minuten länger unter der Dusche gestanden bin.

Das letzte Wochenende habe ich auf den Langlaufskis trainiert. Während es am Samstag stark windete und dazu noch schneite (=Schneesturm), waren die Bedinungen am Sonntag hervorragend!

Ich freue mich nun auf die bevorstehenden Wochen, gefüllt mit viel Training und Lernen. Denn Lernen muss ich zwischen den Trainingseinheiten auch noch, stehen doch bald meine Semesterprüfungen an.

04
Dec
2016

Rückblick

Im Oktober endete die diesjährige OL-Saison. Danach folgten ein paar ruhige Wochen mit Auswertung und Planung. Die Auswertung nahm dieses Jahr etwas weniger Zeit in Anspruch als in anderen Jahren, war ich doch viel verletzt. Das Fazit des Jahres lautet:

Hier noch ein paar Bilder zur Saison 2016…

… und noch ein paar abschliessende Worte:

Ich erreichte dieses Jahr ein grosses Ziel: Ich selektionierte mich für die EM in Tschechien. Mit meinen Leistungen an der EM selber bin ich nicht ganz zufrieden – trotzdem war es ein super Erlebnis!

Ich war diese Saison das erste Mal richtig verletzt. Das war nicht immer ganz einfach. Insgesamt konnte ich aber etwa gleich viel trainieren wie letztes Jahr, nur die Anzahl Laufstunden waren massiv weniger; ich bin diese Saison stundenmässig so viel gerannt wie mit 15 Jahren (!).

Anfangs November begann ich dann mit dem Aufbautraining für die Saison 2017 und bisher läuft alles nach Plan! Hoffen wir mal, dass ich nun etwas weniger Verletzungspech habe.

26
Oct
2016

Herbstsaison

Ich konnte trainieren, wie ich es geplant hatte. Ich konnte an den Wettkämpfen teilnehmen, für die ich mich angemeldet hatte. Ich konnte OL machen, wie ich es mir vorgenommen hatte. So gut lief es schon lange nicht mehr!

Eine Woche, nachdem ich vom Trainingslager in Estland nach Hause gekommen war, reiste ich wieder in den Norden, genauer gesagt nach Stockholm, wo die «25-Manna-Staffel» ausgetragen wurde. Wie der Name schon sagt, ist das eine Staffel mit 25 Strecken. Mein schwedischer Klub Eksjö SOK hatte zwei Teams am Start und ich durfte für das erste Team die letzte Damenstrecke rennen.
Der Startschuss fiel um 9 Uhr morgens. 23 Strecken sollten von jungen und alten Läufern und Läuferinnen absolviert werden, bevor ich in den Wald durfte. Nach einigen Stunden mitfiebern und Tee trinken (es war fürchterlich kalt im hohen Norden), war ich an der Reihe. Es war ein Rennen mit viel Gegnerkontakt. Das bedeutet, dass ich unterwegs viele Läuferinnen sah, welche auf der gleichen Strecke unterwegs waren. Ich versuchte jedoch, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren und so konnte ich an einigen Läuferinnen vorbeiziehen. Schlussendlich resultierte der 34. Rang, ein Resultat, mit dem wir zufrieden waren, starteten doch etwa 400 Teams.

Der letzte Posten, welcher an diesem Tag ca 10'000 Läufer stempelten (Foto: 25manna.se)

Bevor ich zurück in die Schweiz reiste, lief ich tags darauf noch eine Mitteldistanz im schönen schwedischen Gelände, welches so aussah:

Karte 25-mannakorten, Schweden

Eine Woche später fand der Weltcupfinal in Aarau statt. Aufgrund meiner Knieverletzung konnte ich dieses Jahr nicht einmal an den Selektionsläufen teilnehmen und so lief ich am Morgen jeweils die Zuschauerläufe und fieberte am Nachmittag mit meinen Kaderkollegen mit, welche um gute Platzierungen im Weltcup kämpften. Natürlich wäre ich auch gerne dabei gewesen. Dieses Jahr lief jedoch vieles nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich tröstete mich damit, dass es nächstes Jahr wieder neue Möglichkeiten gibt, mich für internationale Wettkämpfe zu selektioneren. Die Stimmung war auf jeden Fall super und mit meinen eigenen Läufen bin ich zufrieden.

Hier ein Kartenausschnitt von der Langdistanz. Die Karte unterscheidet sich um einiges von der schwedischen Karte oben. Wenn man bedenkt, dass die Grünstufen dichtes Gebüsch und die grünen Raster Brombeeren sind, dann versteht man vielleicht, warum wir OL-Läufer so gerne im Norden OL machen…

Der letzte Teil der Langdistanz im Distelberg bei Aarau

Letztes Wochenende wurde die Schweizermeisterschaft im Sprint und einen nationalen Wettkampf im Jura ausgetragen. Das Sprintgelände wurde von Weidewiesen und schnell belaufbaren Waldteilen bestimmt, nicht wie sonst üblich von urbanem Gelände. Ich meisterte die Aufgabe gut, und als ich ins Ziel kam, wäre ich am liebsten gerade noch mal gestartet, so Spass hat es mir gemacht! (Rangliste)

Auf dem Weg ins Ziel

Die Sprintbahn

Tags darauf hatte das Wetter umgeschlagen. Bei einstelligen Temperaturwerten und starkem Regen war ich diesmal froh, konnte ich mich nach dem Zieleinlauf so schnell wie möglich umziehen und wieder aufwärmen. (Rangliste, GPS)

Einen Ausschnitt von der Langdistanz-Bahn; im Jura ist ist das OL machen deutlich schwieriger als im Mittellandwald (Aarau)

Die Saison 2016 neigt sich dem Ende zu. Schade, denn ich konnte ja erst gerade wieder ins Wettkampfsgeschehen eingreifen! Aber wenigstens konnte ich in den letzten Wochen an einigen tollen Wettkämpfen teilnehmen und meine guten Resultate geben mir viel Motivation für das anstehende Wintertraining.

02
Oct
2016

Trainingslager in Estland

(Foto: Mårten Lång)

Vor einer Woche reiste ich mit dem Nationalkader nach Estland, um dort zu trainieren. Wie immer standen zwei Trainings pro Tag an. Da ich zuvor nur etwa dreimal pro Woche gerannt war, strich ich schon im Voraus einige Trainings aus meinem Programm, denn mein oberstes Ziel war, wieder gesund und ganz aus dem Trainingslager zurückzukehren – was mir dieses Jahr noch nie gelungen ist.

Die ersten vier Tage konnte ich nach Plan durchführen. Ich stellte schnell fest, dass meine Technik und mein Tempo besser waren, als ich mir erhofft hatte und so machte das Trainieren noch mehr Spass. Am fünften Tag legte ich eine Pause ein. Ich spürte das Knie ein wenig und wollte kein Risiko eingehen - im Nachhinein ein kluger Entscheid.

Am Samstag nahmen wir an einem Langdistanz-Wettkampf teil. Da sich das Laufgelände unmittelbar neben dem WM-Gelände 2017 befand, waren nicht nur die Schweizer, sondern auch viele andere Nationen am Start. Als ich die Startliste anschaute, hatte ich fast das Gefühl, ich würde an einem Weltcup teilnehmen. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden; ich lief einen technisch guten Lauf und wurde mit dem 28. Rang belohnt (Rangliste, Karte). Zum 12. Posten nahm ich die linke Route und erklomm so, wie mir im Ziel gesagt wurde, den höchsten Punkt von Estland!

Nun bin ich wieder zurück in der Schweiz. Ich habe in der letzten Woche zwar nicht besonders viel, jedoch sehr gut trainiert. Und das wichtigste: mein Knie hat mitgemacht! Trotzdem werde ich noch einige Wochen brauchen, bis ich wieder normal trainieren kann. Aber ja, auch im Kraftraum kann das Training Spass machen.

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