04
Dec
2016

Rückblick

Im Oktober endete die diesjährige OL-Saison. Danach folgten ein paar ruhige Wochen mit Auswertung und Planung. Die Auswertung nahm dieses Jahr etwas weniger Zeit in Anspruch als in anderen Jahren, war ich doch viel verletzt. Das Fazit des Jahres lautet:

Hier noch ein paar Bilder zur Saison 2016…

… und noch ein paar abschliessende Worte:

Ich erreichte dieses Jahr ein grosses Ziel: Ich selektionierte mich für die EM in Tschechien. Mit meinen Leistungen an der EM selber bin ich nicht ganz zufrieden – trotzdem war es ein super Erlebnis!

Ich war diese Saison das erste Mal richtig verletzt. Das war nicht immer ganz einfach. Insgesamt konnte ich aber etwa gleich viel trainieren wie letztes Jahr, nur die Anzahl Laufstunden waren massiv weniger; ich bin diese Saison stundenmässig so viel gerannt wie mit 15 Jahren (!).

Anfangs November begann ich dann mit dem Aufbautraining für die Saison 2017 und bisher läuft alles nach Plan! Hoffen wir mal, dass ich nun etwas weniger Verletzungspech habe.

26
Oct
2016

Herbstsaison

Ich konnte trainieren, wie ich es geplant hatte. Ich konnte an den Wettkämpfen teilnehmen, für die ich mich angemeldet hatte. Ich konnte OL machen, wie ich es mir vorgenommen hatte. So gut lief es schon lange nicht mehr!

Eine Woche, nachdem ich vom Trainingslager in Estland nach Hause gekommen war, reiste ich wieder in den Norden, genauer gesagt nach Stockholm, wo die «25-Manna-Staffel» ausgetragen wurde. Wie der Name schon sagt, ist das eine Staffel mit 25 Strecken. Mein schwedischer Klub Eksjö SOK hatte zwei Teams am Start und ich durfte für das erste Team die letzte Damenstrecke rennen.
Der Startschuss fiel um 9 Uhr morgens. 23 Strecken sollten von jungen und alten Läufern und Läuferinnen absolviert werden, bevor ich in den Wald durfte. Nach einigen Stunden mitfiebern und Tee trinken (es war fürchterlich kalt im hohen Norden), war ich an der Reihe. Es war ein Rennen mit viel Gegnerkontakt. Das bedeutet, dass ich unterwegs viele Läuferinnen sah, welche auf der gleichen Strecke unterwegs waren. Ich versuchte jedoch, mich auf meine Aufgabe zu konzentrieren und so konnte ich an einigen Läuferinnen vorbeiziehen. Schlussendlich resultierte der 34. Rang, ein Resultat, mit dem wir zufrieden waren, starteten doch etwa 400 Teams.

Der letzte Posten, welcher an diesem Tag ca 10'000 Läufer stempelten (Foto: 25manna.se)

Bevor ich zurück in die Schweiz reiste, lief ich tags darauf noch eine Mitteldistanz im schönen schwedischen Gelände, welches so aussah:

Karte 25-mannakorten, Schweden

Eine Woche später fand der Weltcupfinal in Aarau statt. Aufgrund meiner Knieverletzung konnte ich dieses Jahr nicht einmal an den Selektionsläufen teilnehmen und so lief ich am Morgen jeweils die Zuschauerläufe und fieberte am Nachmittag mit meinen Kaderkollegen mit, welche um gute Platzierungen im Weltcup kämpften. Natürlich wäre ich auch gerne dabei gewesen. Dieses Jahr lief jedoch vieles nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich tröstete mich damit, dass es nächstes Jahr wieder neue Möglichkeiten gibt, mich für internationale Wettkämpfe zu selektioneren. Die Stimmung war auf jeden Fall super und mit meinen eigenen Läufen bin ich zufrieden.

Hier ein Kartenausschnitt von der Langdistanz. Die Karte unterscheidet sich um einiges von der schwedischen Karte oben. Wenn man bedenkt, dass die Grünstufen dichtes Gebüsch und die grünen Raster Brombeeren sind, dann versteht man vielleicht, warum wir OL-Läufer so gerne im Norden OL machen…

Der letzte Teil der Langdistanz im Distelberg bei Aarau

Letztes Wochenende wurde die Schweizermeisterschaft im Sprint und einen nationalen Wettkampf im Jura ausgetragen. Das Sprintgelände wurde von Weidewiesen und schnell belaufbaren Waldteilen bestimmt, nicht wie sonst üblich von urbanem Gelände. Ich meisterte die Aufgabe gut, und als ich ins Ziel kam, wäre ich am liebsten gerade noch mal gestartet, so Spass hat es mir gemacht! (Rangliste)

Auf dem Weg ins Ziel

Die Sprintbahn

Tags darauf hatte das Wetter umgeschlagen. Bei einstelligen Temperaturwerten und starkem Regen war ich diesmal froh, konnte ich mich nach dem Zieleinlauf so schnell wie möglich umziehen und wieder aufwärmen. (Rangliste, GPS)

Einen Ausschnitt von der Langdistanz-Bahn; im Jura ist ist das OL machen deutlich schwieriger als im Mittellandwald (Aarau)

Die Saison 2016 neigt sich dem Ende zu. Schade, denn ich konnte ja erst gerade wieder ins Wettkampfsgeschehen eingreifen! Aber wenigstens konnte ich in den letzten Wochen an einigen tollen Wettkämpfen teilnehmen und meine guten Resultate geben mir viel Motivation für das anstehende Wintertraining.

02
Oct
2016

Trainingslager in Estland

(Foto: Mårten Lång)

Vor einer Woche reiste ich mit dem Nationalkader nach Estland, um dort zu trainieren. Wie immer standen zwei Trainings pro Tag an. Da ich zuvor nur etwa dreimal pro Woche gerannt war, strich ich schon im Voraus einige Trainings aus meinem Programm, denn mein oberstes Ziel war, wieder gesund und ganz aus dem Trainingslager zurückzukehren – was mir dieses Jahr noch nie gelungen ist.

Die ersten vier Tage konnte ich nach Plan durchführen. Ich stellte schnell fest, dass meine Technik und mein Tempo besser waren, als ich mir erhofft hatte und so machte das Trainieren noch mehr Spass. Am fünften Tag legte ich eine Pause ein. Ich spürte das Knie ein wenig und wollte kein Risiko eingehen - im Nachhinein ein kluger Entscheid.

Am Samstag nahmen wir an einem Langdistanz-Wettkampf teil. Da sich das Laufgelände unmittelbar neben dem WM-Gelände 2017 befand, waren nicht nur die Schweizer, sondern auch viele andere Nationen am Start. Als ich die Startliste anschaute, hatte ich fast das Gefühl, ich würde an einem Weltcup teilnehmen. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden; ich lief einen technisch guten Lauf und wurde mit dem 28. Rang belohnt (Rangliste, Karte). Zum 12. Posten nahm ich die linke Route und erklomm so, wie mir im Ziel gesagt wurde, den höchsten Punkt von Estland!

Nun bin ich wieder zurück in der Schweiz. Ich habe in der letzten Woche zwar nicht besonders viel, jedoch sehr gut trainiert. Und das wichtigste: mein Knie hat mitgemacht! Trotzdem werde ich noch einige Wochen brauchen, bis ich wieder normal trainieren kann. Aber ja, auch im Kraftraum kann das Training Spass machen.

04
Sep
2016

Zurück auf der Karte

Gestern fand die Klubmeisterschaft des OLK Fricktals im Möhliner Forst statt. Und ich war dabei! Super!

Drei Monate lang bin ich nun schon verletzt. Beim ersten Arztbesuch lautete die Prognose: Im Juni nichts machen, im Juli viel alternativ und im August wieder normal trainieren. Ich konnte also die Sommerwettkämpfe aus meinem Kalender streichen, die Herbstsaison sollte aber nicht in Gefahr sein. Immerhin, dachte ich. Leider scheint mein Knie eine andere Zeitmessung zu haben als der Arzt und ich - mein Knie hat immer noch Juli. So der 20. Juli, würde ich mal schätzen. Es kommt langsam, ich nähere mich dem August. Ich kann wieder ab und zu ein Training rennend absolvieren, aber zwischen den Laufeinheiten muss ich immer noch mindestens einen Tag (Lauf-)Pause machen.

84 Tage konnte ich nicht OL machen. Gestern war es dann endlich soweit. Die OL-Abläufe waren eingerostet und physisch bin ich natürlich nicht da, wo ich gerne sein würde. Aber mein Knie hat mitgemacht! Es war ein tolles Gefühl, wieder mit Karte und Kompass durch den Wald zu rennen. Wie ich das vermisst habe!

Wie weit nach vorne es in der Rangliste gereicht hat? Die superschnellen Gebrüder Kyburz waren dabei, gegen die hatte ich natürlich keine Chance. Aber die Senioren im Klub hatte ich auch nach einer dreimonatigen Verletzungspause im Griff ;) So kann ich mit meinem Comeback zurfrieden sein. Nächste Woche werde ich dann am 7. Nationalen OL am Start stehen. Die Schweizermeisterschaft in der Langdistanz muss ich leider auslassen, denn zwei Wettkämpfe in zwei Tagen liegen noch nicht drin.

16
Aug
2016

Bergauf!

Wie es meinem Katktus-Knie geht? Nicht so super, würde ich mal sagen. Es geht Woche für Woche besser und stundenmässig komme ich mittlerweilen wieder auf ein gutes Pensum, doch ich kann erst wenige Trainingseinheiten laufend absolvieren.

In den letzten Wochen habe ich immer wieder versucht, zu rennen. Ich habe jedes Mal gehofft, dass es heute etwas besser gehen würde, doch ich wurde immer wieder enttäuscht. Eines Tages stellte ich dann fest, dass es bergauf viel besser geht als flach - da hatte ich keine Schmerzen im Knie! Zum Glück wohne ich in Bern und zum Glück gibt's hier den Gurten! Zuerst rannte ich nur einmal den steilsten Weg den Gurten hoch und nahm dann die Gurtenbahn wieder runter. Bald konnte ich schon zweimal hochrennen und heute sah meine Route folgendermassen aus:

Ich rannte also das erste Mal den kürzesten und steilsten weg hoch, um dann beim zweiten Mal etwas auszuholen. Das hat funktioniert! Und oben wurde ich jeweils mit einer tollen Aussicht auf die Stadt Bern und die Alpen belohnt. Das Höhenprofil sah dann so aus:

Ich renne also viel aufwärts, doch wenn ich in vier Wochen an den Selektionsläufen für das Euromeeting am Start stehen möchte, dann muss ich mehr als nur aufwärts rennen können. Ich gebe mein Bestes, um bis dann fit zu sein, doch momentan gibt mir mein Knie den Takt an, da kann ich nicht viel mehr machen, als das zu akzeptieren.

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