23
Apr
2017

Zurück im Winter

Die letzte Woche verbrachte ich zusammen mit dem Nationalkader im Trainingslager in Lettland/Estland. Bei Temperaturen rund um die Nullgradgrenze standen zwölf OL-Trainings in sechs Tagen auf dem Programm. Insgesamt kann ich auf eine sehr abwechslungsreiche und gute Trainingswoche zurückblicken.

Hier ein paar Worte zu einzelnen Trainings.

Training #1: Normaler OL, 4.7km/12 Posten/extensiv. Obwohl die Karte, die ich am Start bekam, durch die Farben Grün (Dickicht) und Gelb (Kahlschlag) geprägt war und es winterlich kalt war, hat es Spass gemacht, durch den Wald zu rennen. Die Vegetation war in den baltischen Staaten noch nicht weit fortgeschritten und so war die Sicht (noch) nicht eingeschränkt. Die Sümpfe waren mit eisigem Schmelzwasser gefüllt und ich bekam während dem Training kalte Füsse, doch es war nicht ganz so kalt wie befürchtet.

Training #8: Langdistanz-Training, 7km/10 Posten/extensiv. Bei schneesturmähnlichen Bedingungen lief ich 1.5km an den Start. Brrrrr. Im Wald hatte es dann 5-10cm Schnee, was das Rennen im Wald noch anstrengender machte. Der Schneefall hörte im Verlauf des Trainings dann aber auf und die Tatsache, dass die Sümpfe gefroren waren, führte dazu, dass ich während dem Training wieder warm bekam. Trotzdem war ich an diesem Tag froh, dass wir in der Unterkunft eine Sauna hatten...

Training #9: Staffelstarts, 4.8km/17 Posten/intensiv. "Staffelstarts" ist eines meiner Lieblingstrainings. Wir starteten zuerst alle zusammen auf eine zehnminütige Bahn, wobei jede Läuferin eine andere Gabelungsvariante hatte. Nach einer kurzen Pause erfolgte ein neuer Massenstart auf eine zwanzigminütige Bahn. Das Tempo war hoch, ich sah viele andere Läuferinnen rund um mich herum, die teilweise die gleichen Posten, teilweise andere Posten anpeilten wie ich. Für Aktion im Wald war also gesorgt und da alle innerhalb von wenigen Minuten ins Ziel kamen, konnten Routen und Fehler unmittelbar nach der Ziellinie diskutiert werden.

Training #10: Höhenkurven-OL, 5.0km/16 Posten/extensiv. Das war ein nahezu perfektes Training. Das Gelände war superschön und ich fand jeden Posten auf Anhieb!

Training #12: Sprint-Staffel, 3.6km/19 Posten/intensiv. Das letzte Training dieses Trainingslagers war eine 2er-Sprintstaffel. Die Frauen liefen die erste Strecke, die Männer die zweite. Die Beine waren nach elf Trainings müde, wir pushten uns jedoch gegenseitig nochmals zu Bestleistungen.

(Fotos: Sven Rüegg, Kerstin Ullmann, Lisa Schubnell)

11
Apr
2017

Selektionsläufe I-IV

An den Selektionsläufen konnte ich letzte Woche vier konstante und gute Leistungen abrufen. So bekam ich heute die nicht ganz unerwartete Nachricht, mich für den Weltcup in Finnland selektioniert zu haben.

Selektionslauf I: 3000m. Die Selektionslaufserie startete am Donnerstagmorgen mit einem 3000m-Lauf auf der Bahn in Visp. Das Rennen verlief ganz nach meinem Wunsch: Die Beine fühlten sich gut an und ich konnte vom Tempo der anderen Läuferinnen profitieren. So lief ich eine schnelle Zeit (10.56), fühlte mich nach dem Lauf nicht ganz ausgepumpt. (Rangliste, Video)

Foto: Raphael Huber

Selektionslauf II: Sprint. Nur vier Stunden nach dem 3000m-Rennen startete ich ins Sprintrennen. Diesmal waren nicht nur die Beine, sondern auch der Kopf gefordert. Knifflige Routenwahlen zwangen mich immer wieder dazu, stehen zu bleiben und die Route genau zu studieren. Ich kam ohne grössere Zeitverluste ins Ziel und beendete das Rennen auf einem für mich sehr guten siebten Rang. (GPS, Rangliste)

Foto: Lukas Jenzer

Selektionslauf III: Mitteldistanz. Nach einem wettkampfsfreien Tag reiste ich am Samstag für die Mitteldistanz in den Jura. Der Bahnleger stellte uns Läufer mit vielen Richtungs- und Geländewechsel eine schwierige Aufgabe, die ich anfangs gut zu meistern wusste, gegen Ende schlichen sich jedoch mehrere Unsicherheiten und kleine Fehler ein. Da auch viele andere nicht fehlerlos durchkamen, reichte es trotzdem noch für den achten Rang. (GPS, Rangliste)

Selektionslauf IV: Langdistanz. Der letzte Wettkampf dieser Selektionslaufsserie war die Langdistanz im Tête Plumée bei Neuchâtel. Auch hier kam ich ohne grosse Zeitverluste durch und wurde mit dem besten Resultat dieser Woche, dem 5. Rang, belohnt. (GPS, Rangliste)

Der erste von insgesamt vier Weltcuprunden findet vom 24. bis 28. Mai in Lohja, Finnland, statt. Bevor das Swiss-Orienteering-Team mit der Weltcupdelegation nach Finnland reist, steht nächste Woche noch ein Trainingslager in Lettland/Estland an. Ende April werde ich dann für fünf Tage nach Götenburg reisen, um dort mit meinem schwedischen Verein an der 10-Mila-Staffel teilzunehmen und Mitte Mai geht es nochmals nach Estland, diesmal für die WM-Selektionsläufe. Mir wird es in nächster Zeit also bestimmt nicht langweilig.

03
Apr
2017

Jetzt geht's los

Der Monat März war für mich ein «Testmonat». Es standen einige physische Test auf dem Programm und an der Nacht-OL Schweizermeisterschaft und am 1. Nationalen OL konnte ich mich ein erstes Mal mit der nationalen Konkurrenz messen.

An der jährlich stattfindenden sportärztlichen Untersuchung wurde ich von oben bis unten durchgecheckt. Zusätzlich absolvierte ich zwei Laufbandtests – der erste flach, der zweite mit 22% Steigung! Das Fazit nach diesem Tag lautete: Ich sehe gut, ich höre gut, mein Herz schlägt normal und nach einem guten Wintertraining bin ich in einer soliden physischen Verfassung. Einem guten Saisonstart stand also nichts im Weg. Mit meinen Leistungen an der Nacht-OL Meisterschaft und am 1. Nationalen OL bin ich jedoch nur bedingt zufrieden. Es schlichen sich zu viele Unsicherheiten und Fehler ein. (GPS NOM, Rangliste NOM, Rangliste 1.Nat.OL ) So passte es gut, dass ich nur wenige Tage später für ein viertägiges Trainingslager ins Tessin reiste, wo ich an meinen technischen Abläufen arbeiten konnte. Zusätzlich stand noch ein weiterer physischer Test an – der sogenannte Saliscendi-Test im Gelände, der für die Heim-EM 2018 im Tessin entwickelt wurde. Ich bin diesen Test ein erstes Mal im November gelaufen. Erfreulicherweise konnte ich die damals gelaufene Zeit deutlich unterbieten. Zuletzt stand im März dann noch ein 5000m-Test auf der Bahn an. Auch da konnte ich meine persönliche Bestzeit deutlich senken.

Mit anderen Worten bin ich ready für die bevorstehende Saison! Am Donnerstag und am Wochenende finden die ersten wichtigen Wettkämpfe statt; die Selektionsläufe für den Weltcup in Finnland.

Let's fight for my dreams

26
Feb
2017

7 Trainingstage in Spanien

Sprint in Alicante (Foto: Katrin Müller)

Nachdem ich mich in den letzten Monaten für die Lauf- und OL-Trainings draussen immer dick einpacken musste, tat es gut, in den Süden zu reisen und bei wärmeren Temperaturen zu trainieren. Die ersten vier Tage des einwöchigen Trainingslagers mit dem Nationalkader verbrachten wir in der Nähe von Alicante an der Küste. Jeden Morgen starteten wir mit einer viertelstündigen Morgenaktivität, welche Jogging und Krafttraining beinhaltete. Anschliessend standen für mich jeweils zwei weitere OL-Trainings auf dem Programm, wobei die Trainingsformen stark variierten. Von Höhenkurventraining, Korridor und Sprint bis hin zu Massenstarttrainings war alles mal dabei. Das Gelände an der Küste war feinkupiert und sandig, was mir sehr gut lag.

Bilder aus dem Küstengelände

Karte des Höhenkurventrainings und des Sprintes in Alicante

Mitte Woche reisten wir ins Landesinnere, um dort weitere fünf Trainingseinheiten zu absolvieren. Hier war das Gelände steiler und die Temperaturen etwas tiefer, doch insgesamt hat es mir auch da sehr gut gefallen.

Bilder vom Mitteldistanztraining im Landesinnere und die dazugehörige Karte

Insgesamt kann ich auf eine gute Trainingswoche zurückblicken. In 13 OL-Trainings lief ich über 200 Posten an und hatte so genug Möglichkeiten, um an meinen technischen Abläufen zu arbeiten. Leider nahm ich neben einer Tasche voll mit schmutziger Sportwäsche auch eine Erkältung mit nach Hause, die ich nun auskurieren muss, bevor ich wieder in den Trainingsalltag einsteigen kann.

16
Jan
2017

Wintertraining

Ich werde immer wieder gefragt, wie wir OL-Läufer im Winter während der Saisonpause trainieren. Vielseitig, ist da meine Antwort; ich renne viel - schnell und langsam - mache Krafttraining, OL-Trainings, trainiere auf dem Spinning-Velo oder aqua-joggend im Wasser, und manchmal bin ich auf den Langlaufskis unterwegs. Die Folgefrage ist dann meist, ob man im Winter denn überhaupt OL machen kann. Ja klar! Während dem grössten Teil des Winters hat es ja eh keinen Schnee, da muss man sich halt einfach warm anziehen. Und wenn der Schnee kommt, werden die Füsse halt ein bisschen kalt und die Dusche danach dementsprechend lang.

Ich mag das Wintertraining. Dreieinhalb Monate habe ich Zeit, mich auf die nächste Saison vorzubereiten. Ich trainiere deutlich mehr als während der Saison, bestreite jedoch nur wenige (Trainings-)Wettkämpfe und bin weniger unterwegs.

Hier ein paar Momentaufnahmen von den letzten Wochen:

Am letzten Tag des alten Jahres gab ich am Stauseelauf in Gippigen nochmals vollgas.

(Foto: August Widmer)

Anfangs Januar startete ich am Effretiker-Stadt-OL. Die Elitekategorie wurde dieses Jahr im Knock-Out-Modus ausgetragen. Das heisst, es galt zuerst die Qualifikation zu überstehen, im Halbfinal und Final wurde dann in Sechser-Heats gestartet, wobei jeweils die ersten drei des Halbfinals in den Final kamen. Die Qualifikation und der Halbfinal überstand ich souverän, im Final hatte ich dann etwas zu kämpfen und schlussendlich beendete ich das Rennen auf dem 5. Rang (Rangliste, GPS Final).

Vor der Quali (Foto: kapreolo)

Während dem Halbfinal (Foto: kapreolo)

Start zum Final (Foto: kapreolo)

Am Bern-by-Night Trainingswettkampf vom letzten Freitag, bei welchem etwa hundert begeisterte OL-Läufer am Start waren, schneite es teilweise so fest, dass man vor lauter Schneeflocken den Wald nicht mehr sah. Okay, das ist vielleicht übertrieben, aber da die Schneeflocken das Licht der Stirnlampe reflektierten, war die Sicht schon etwas eingeschränkt. Meine kleinen Suchaktionen kann ich jedoch nicht auf die eingeschränkte Sicht zurückführen, sondern vielmehr darauf, dass ich mich von den Gegnern (es war Massenstart und nicht alle hatten genau die gleichen Posten) ablenken liess. Ab dem 5. Posten hatte ich dann aber alles im Griff! Das war ein cooles Training und eben ein solches, bei dem ich danach ein paar Minuten länger unter der Dusche gestanden bin.

Das letzte Wochenende habe ich auf den Langlaufskis trainiert. Während es am Samstag stark windete und dazu noch schneite (=Schneesturm), waren die Bedinungen am Sonntag hervorragend!

Ich freue mich nun auf die bevorstehenden Wochen, gefüllt mit viel Training und Lernen. Denn Lernen muss ich zwischen den Trainingseinheiten auch noch, stehen doch bald meine Semesterprüfungen an.

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