16
May
2017

WM!!!

Als ich letzten Montag für die WM-Selektionsläufe nach Estland reiste, wusste ich, dass wirklich alles zusammenstimmen muss, um einen Startplatz an der WM zu erhalten.

Die Selektionslaufsserie startete mit zwei Sprints. Obwohl ich über die Sprintdistanz in den letzten Jahren oft Mühe bekundete, konnte ich mit den Rängen 4 und 7 ein erstes Ausrufezeichen setzten. Fast noch wichtiger als die guten Resultate war für mich die Erkenntnis, dass ich physisch «parat» war. Das gab mir für die bevorstehenden Walddisziplinen Sicherheit. Vor der Mitteldistanz war ich trotzdem sehr nervös. Ich hatte mir über diese Distanz die grösste Chance auf ein WM-Ticket ausgerechnet und die Ansprüche an mich waren dementsprechend hoch. Ich fand dann aber gut ins Rennen und lief Posten für Posten sauber an. Yes, dachte ich im Ziel, das war gut! Diese Leistung wurde mit dem 3. Rang belohnt und somit hatte ich mich endgültig für einen WM-Startplatz ins Gespräch gebracht. Die abschliessende Langdistanz war wohl die härteste, die ich in meiner dreijährigen Elitekarriere gelaufen bin. Im letzten Drittel wusste ich teilweise nicht, wie ich es bis ins Ziel schaffen sollte, so erschöpft war ich. Irgendwie ging’s dann aber doch; nach 104 Minuten stempelte ich den Zielposten. Geschafft! Der Zeitverlust war zum Glück nicht ganz so gross, wie ich es unterwegs befürchtet hatte und so klassierte ich mich auf dem guten 6. Rang.

Dann fing das lange Warten an. Heute Morgen erfuhr ich dann (endlich), dass ich eine der sechs Schweizerinnen bin, die anfangs Juli in Estland an der WM teilnehmen darf. So cool! Ein Traum, der in Erfüllung geht… (Selektionen WM)

01
May
2017

10-Mila

Für die diesjährige 10-Mila reiste ich bereits am Mittwoch nach Schweden. So konnte ich vor dem wichtigen Staffel-Wettkampf vier Trainings in den wunderschönen Wäldern rund um Götenburg absolvieren.

Obwohl das Wetter gut war, war der Boden in der Arena sehr matschig...

Für meinen schwedischen Klub Eksjö SOK rannte ich die dritte der insgesamt fünf Strecken. Leider liefen die ersten beiden Läuferinnen nicht optimal und so durfte ich erst als 84. Läuferin in den Wald. Dank einer guten technischen Leistung und schnellen Beinen konnte ich Läuferin um Läuferin überholen und übergab als 44. an meine Klubkollegin. Auf den letzten beiden Strecken liefen wir dann noch auf den 36. Rang vor. Mit diesem Resultat sind wir zwar nur bedingt zufrieden, die Reise nach Schweden hat sich aber trotzdem gelohnt! (Resultate, Karte)

EKSJÖ SOK Team

23
Apr
2017

Zurück im Winter

Die letzte Woche verbrachte ich zusammen mit dem Nationalkader im Trainingslager in Lettland/Estland. Bei Temperaturen rund um die Nullgradgrenze standen zwölf OL-Trainings in sechs Tagen auf dem Programm. Insgesamt kann ich auf eine sehr abwechslungsreiche und gute Trainingswoche zurückblicken.

Hier ein paar Worte zu einzelnen Trainings.

Training #1: Normaler OL, 4.7km/12 Posten/extensiv. Obwohl die Karte, die ich am Start bekam, durch die Farben Grün (Dickicht) und Gelb (Kahlschlag) geprägt war und es winterlich kalt war, hat es Spass gemacht, durch den Wald zu rennen. Die Vegetation war in den baltischen Staaten noch nicht weit fortgeschritten und so war die Sicht (noch) nicht eingeschränkt. Die Sümpfe waren mit eisigem Schmelzwasser gefüllt und ich bekam während dem Training kalte Füsse, doch es war nicht ganz so kalt wie befürchtet.

Training #8: Langdistanz-Training, 7km/10 Posten/extensiv. Bei schneesturmähnlichen Bedingungen lief ich 1.5km an den Start. Brrrrr. Im Wald hatte es dann 5-10cm Schnee, was das Rennen im Wald noch anstrengender machte. Der Schneefall hörte im Verlauf des Trainings dann aber auf und die Tatsache, dass die Sümpfe gefroren waren, führte dazu, dass ich während dem Training wieder warm bekam. Trotzdem war ich an diesem Tag froh, dass wir in der Unterkunft eine Sauna hatten...

Training #9: Staffelstarts, 4.8km/17 Posten/intensiv. "Staffelstarts" ist eines meiner Lieblingstrainings. Wir starteten zuerst alle zusammen auf eine zehnminütige Bahn, wobei jede Läuferin eine andere Gabelungsvariante hatte. Nach einer kurzen Pause erfolgte ein neuer Massenstart auf eine zwanzigminütige Bahn. Das Tempo war hoch, ich sah viele andere Läuferinnen rund um mich herum, die teilweise die gleichen Posten, teilweise andere Posten anpeilten wie ich. Für Aktion im Wald war also gesorgt und da alle innerhalb von wenigen Minuten ins Ziel kamen, konnten Routen und Fehler unmittelbar nach der Ziellinie diskutiert werden.

Training #10: Höhenkurven-OL, 5.0km/16 Posten/extensiv. Das war ein nahezu perfektes Training. Das Gelände war superschön und ich fand jeden Posten auf Anhieb!

Training #12: Sprint-Staffel, 3.6km/19 Posten/intensiv. Das letzte Training dieses Trainingslagers war eine 2er-Sprintstaffel. Die Frauen liefen die erste Strecke, die Männer die zweite. Die Beine waren nach elf Trainings müde, wir pushten uns jedoch gegenseitig nochmals zu Bestleistungen.

(Fotos: Sven Rüegg, Kerstin Ullmann, Lisa Schubnell)

11
Apr
2017

Selektionsläufe I-IV

An den Selektionsläufen konnte ich letzte Woche vier konstante und gute Leistungen abrufen. So bekam ich heute die nicht ganz unerwartete Nachricht, mich für den Weltcup in Finnland selektioniert zu haben.

Selektionslauf I: 3000m. Die Selektionslaufserie startete am Donnerstagmorgen mit einem 3000m-Lauf auf der Bahn in Visp. Das Rennen verlief ganz nach meinem Wunsch: Die Beine fühlten sich gut an und ich konnte vom Tempo der anderen Läuferinnen profitieren. So lief ich eine schnelle Zeit (10.56), fühlte mich nach dem Lauf nicht ganz ausgepumpt. (Rangliste, Video)

Foto: Raphael Huber

Selektionslauf II: Sprint. Nur vier Stunden nach dem 3000m-Rennen startete ich ins Sprintrennen. Diesmal waren nicht nur die Beine, sondern auch der Kopf gefordert. Knifflige Routenwahlen zwangen mich immer wieder dazu, stehen zu bleiben und die Route genau zu studieren. Ich kam ohne grössere Zeitverluste ins Ziel und beendete das Rennen auf einem für mich sehr guten siebten Rang. (GPS, Rangliste)

Foto: Lukas Jenzer

Selektionslauf III: Mitteldistanz. Nach einem wettkampfsfreien Tag reiste ich am Samstag für die Mitteldistanz in den Jura. Der Bahnleger stellte uns Läufer mit vielen Richtungs- und Geländewechsel eine schwierige Aufgabe, die ich anfangs gut zu meistern wusste, gegen Ende schlichen sich jedoch mehrere Unsicherheiten und kleine Fehler ein. Da auch viele andere nicht fehlerlos durchkamen, reichte es trotzdem noch für den achten Rang. (GPS, Rangliste)

Selektionslauf IV: Langdistanz. Der letzte Wettkampf dieser Selektionslaufsserie war die Langdistanz im Tête Plumée bei Neuchâtel. Auch hier kam ich ohne grosse Zeitverluste durch und wurde mit dem besten Resultat dieser Woche, dem 5. Rang, belohnt. (GPS, Rangliste)

Der erste von insgesamt vier Weltcuprunden findet vom 24. bis 28. Mai in Lohja, Finnland, statt. Bevor das Swiss-Orienteering-Team mit der Weltcupdelegation nach Finnland reist, steht nächste Woche noch ein Trainingslager in Lettland/Estland an. Ende April werde ich dann für fünf Tage nach Götenburg reisen, um dort mit meinem schwedischen Verein an der 10-Mila-Staffel teilzunehmen und Mitte Mai geht es nochmals nach Estland, diesmal für die WM-Selektionsläufe. Mir wird es in nächster Zeit also bestimmt nicht langweilig.

03
Apr
2017

Jetzt geht's los

Der Monat März war für mich ein «Testmonat». Es standen einige physische Test auf dem Programm und an der Nacht-OL Schweizermeisterschaft und am 1. Nationalen OL konnte ich mich ein erstes Mal mit der nationalen Konkurrenz messen.

An der jährlich stattfindenden sportärztlichen Untersuchung wurde ich von oben bis unten durchgecheckt. Zusätzlich absolvierte ich zwei Laufbandtests – der erste flach, der zweite mit 22% Steigung! Das Fazit nach diesem Tag lautete: Ich sehe gut, ich höre gut, mein Herz schlägt normal und nach einem guten Wintertraining bin ich in einer soliden physischen Verfassung. Einem guten Saisonstart stand also nichts im Weg. Mit meinen Leistungen an der Nacht-OL Meisterschaft und am 1. Nationalen OL bin ich jedoch nur bedingt zufrieden. Es schlichen sich zu viele Unsicherheiten und Fehler ein. (GPS NOM, Rangliste NOM, Rangliste 1.Nat.OL ) So passte es gut, dass ich nur wenige Tage später für ein viertägiges Trainingslager ins Tessin reiste, wo ich an meinen technischen Abläufen arbeiten konnte. Zusätzlich stand noch ein weiterer physischer Test an – der sogenannte Saliscendi-Test im Gelände, der für die Heim-EM 2018 im Tessin entwickelt wurde. Ich bin diesen Test ein erstes Mal im November gelaufen. Erfreulicherweise konnte ich die damals gelaufene Zeit deutlich unterbieten. Zuletzt stand im März dann noch ein 5000m-Test auf der Bahn an. Auch da konnte ich meine persönliche Bestzeit deutlich senken.

Mit anderen Worten bin ich ready für die bevorstehende Saison! Am Donnerstag und am Wochenende finden die ersten wichtigen Wettkämpfe statt; die Selektionsläufe für den Weltcup in Finnland.

Let's fight for my dreams

1 2 3 4